{"id":6162,"date":"2024-09-06T07:45:12","date_gmt":"2024-09-06T06:45:12","guid":{"rendered":"https:\/\/kirche-ostenfeld.de\/wordpress\/?p=6162"},"modified":"2024-09-06T07:45:12","modified_gmt":"2024-09-06T06:45:12","slug":"ich-bin-mir-selbst-geschenkt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/kirche-ostenfeld.de\/wordpress\/archives\/6162","title":{"rendered":"Ich bin mir selbst geschenkt"},"content":{"rendered":"\n<p>Sommerzeit ist immer auch Urlaubszeit; und Urlaubszeit hei\u00dft in der Regel Erholung und Entspannung, hei\u00dft Sommer, Sonne, Strand und Meer.<\/p>\n\n\n\n<p>Ein Bild kommt mir in den Sinn, das man jedes Jahr aufs Neue an den Str\u00e4nden von Nord- und Ostsee beobachten kann: Ein Junge steht am Strand und breitet die Arme aus. Er ist vollkommen bei sich. Gl\u00fccklich. Sein lautes Jauchzen kann man nicht h\u00f6ren im Wind. Der Wind zerzaust seine Haare und bauscht sein T-Shirt. Er f\u00fchlt sich frei. Sein ganzer Leib liefert sich der Natur aus. Mit allem, was er ist, steht er da. Im Einklang mit dem, was er sp\u00fcrt. Alle Grenzen und Unvollkommenheiten seines K\u00f6rpers sind ihm egal. Er ist einfach da.<\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p>Ich betrachte ihn. Seine unb\u00e4ndige Freude ber\u00fchrt mich. Ich will ihn gar nicht ansprechen, um ihn nicht aus seiner Verbundenheit mit sich und der Natur herauszuholen. Mit Leib und Seele wendet er sich der Welt zu und l\u00e4sst sich ber\u00fchren und erf\u00fcllen. Wenn er sich wieder umdreht, werden seine Augen leuchten, da bin ich ganz sicher.<\/p>\n\n\n\n<p>Manchmal sehne ich mich nach diesem urspr\u00fcnglichen Erleben von Freiheit und Gl\u00fcck. Sich ganz hingeben zu k\u00f6nnen an die Welt, ganz bei sich selbst sein, den Augenblick sp\u00fcren. Mich selbst so sp\u00fcren, wie ich bin. Verbunden sein. Nicht daran denken, was als n\u00e4chstes getan werden muss. Auch nicht daran denken, an welcher Stelle der K\u00f6rper nicht der Norm entspricht, wo die P\u00f6lsterchen sitzen, die sich im Laufe der Jahre und Jahrzehnte so eingeschlichen haben. Offen sein f\u00fcr das, was kommt und das, was ist. \u201ePreist Gott mit eurem Leib\u201c, fordert Paulus uns auf.<\/p>\n\n\n\n<p>Unser K\u00f6rper ist wichtig. Jede Medizinerin r\u00e4t ihren Patienten, auf den eigenen K\u00f6rper gut Acht zu geben, sich gesund zu ern\u00e4hren und regelm\u00e4\u00dfig Sport zu treiben \u2013 damit mein K\u00f6rper fit und in Form bleibt. Ich habe n\u00e4mlich nur diesen einen Leib. Oder vielmehr: Ich bin in diesem einen Leib. Ich kann mich von meinem Leib nicht abschneiden, ich lebe in Leib, Seele und Geist. Wie oft bin ich mit meinem Leib nicht zufrieden. Zu dick, zu d\u00fcnn, zu gro\u00df, zu klein, zu wenig trainiert. Dann distanziere ich mich von mir selbst, schneide mich ab von meiner leib-seelischen Einheit, betrachte den Leib mit Distanz.<\/p>\n\n\n\n<p>In den letzten Jahrzehnten hat sich eine ganze, mit aufwendiger Werbung unterst\u00fctzte Leib-Optimierungs-Industrie gebildet, die mich bei meinen fragw\u00fcrdigen Versuchen, meinen K\u00f6rper zu verbessern, unterst\u00fctzt. Oder ich distanziere mich vom K\u00f6rper und funktioniere im Kopf. Vergesse, dass ich ein Mensch mit leiblichen Bed\u00fcrfnissen bin und alles miteinander zusammenh\u00e4ngt.<\/p>\n\n\n\n<p>Wir haben keinen Leib, wir sind Leib. Wir k\u00f6nnen das Tun und Ergehen unseres Leibes nicht interessiert betrachten und analysieren. Wir stecken drin. Und was der Leib tut, dr\u00fcckt sich in die Seele ein. Wir leben auch in unseren Beziehungen mit Leib und Seele, auch in unserer Beziehung zu Gott. Alles geh\u00f6rt Gott, ich geh\u00f6re Gott, auch mit den Falten, die sich an bestimmten Zonen meines K\u00f6rpers ausbreiten.<\/p>\n\n\n\n<p>Noch einmal betrachte ich vor meinem inneren Auge den Jungen am Meer: So unmittelbar verbunden, frei und erf\u00fcllt ist er. F\u00fcr mich als Betrachter tut er genau das, was Paulus schreibt: Er preist Gott mit seinem Leib. Voller Freude und Dankbarkeit gibt er sich so an den Augenblick hin, wie er ist. Ganz und gar, mit Leib und Seele. Er liebt, was er tut und sp\u00fcrt. Er denkt nicht schon an das N\u00e4chste.<\/p>\n\n\n\n<p>Ich nehme sein Bild mit. Es ist nicht egal, wie ich mit meinem Leib umgehe. Ich habe nur den einen \u2013 vielmehr: Ich bin nur in dem einen Leib. F\u00fcr mich selbst zu sorgen, mit Leib und Seele \u2013 denn so wie ich bin, ganz und gar, mit Leib und Seele, bin ich mir selbst geschenkt.<\/p>\n\n\n\n<p>Dankbar stelle ich mich gedanklich neben den Jungen. Der Wind zaust an meinem Haar. Mein T-Shirt bauscht sich. Ich bin gl\u00fccklich.<\/p>\n\n\n\n<p>Ihnen und euch allen eine gesegnete Sommer- und Herbstzeit!<\/p>\n\n\n\n<p>Ihr und euer<br>Ralf Pehm\u00f6ller<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Sommerzeit ist immer auch Urlaubszeit; und Urlaubszeit hei\u00dft in der Regel Erholung und Entspannung, hei\u00dft Sommer, Sonne, Strand und Meer. 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