{"id":6099,"date":"2024-05-16T19:49:16","date_gmt":"2024-05-16T18:49:16","guid":{"rendered":"https:\/\/kirche-ostenfeld.de\/wordpress\/?p=6099"},"modified":"2024-05-16T19:49:16","modified_gmt":"2024-05-16T18:49:16","slug":"gottes-geist-ein-zeichen-der-liebe","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/kirche-ostenfeld.de\/wordpress\/archives\/6099","title":{"rendered":"Gottes Geist \u2013 ein Zeichen der Liebe"},"content":{"rendered":"\n<p>Pfingsten steht vor der T\u00fcr, das christliche Fest, mit dem selbst viele dem christlichen Glauben verbundene Menschen nicht so viel anfangen k\u00f6nnen. Gr\u00fcndonnerstag, Karfreitag, Ostern, selbst Himmelfahrt \u2013 da fallen den meisten noch die zugeh\u00f6rigen biblischen Geschichten ein. Aber Pfingsten? Was war da noch?<\/p>\n\n\n\n<!--nextpage-->\n\n\n\n<p>Pfingsten \u2013 das Fest des Heiligen Geistes. Das Pfingstwunder, als Gott seinen Geist \u00fcber die J\u00fcnger Jesu ausgegossen hat, so dass sie wieder \u00f6ffentlich aufgetreten sind und von dem erz\u00e4hlt haben, der ihnen wichtig war: Jesus Christus, der Gekreuzigte und Auferstandene.<\/p>\n\n\n\n<p>Heiliger Geist \u2013 nicht sehr viele k\u00f6nnen mit dieser Erscheinung Gottes etwas anfangen. Gott der Vater, der Sch\u00f6pfer: ja gut! Und Gott der Sohn, Jesus Christus: kennen wir! Aber Gott der Heilige Geist?<\/p>\n\n\n\n<p>Mit scheint es manchmal so, als ob unsere Welt eher von allen Geistern, besonders von den guten, verlassen ist. Wie anders sollte man sonst verstehen, dass die Kriege immer mehr zunehmen, dass Demagogen mit vereinfachenden Parolen gro\u00dfen Zulauf haben, dass die Schwarz-Wei\u00df-Malerei auch in unserer Gesellschaft zunimmt und die Buntheit unserer Welt aus dem Blick ger\u00e4t? Gerade in unserer Zeit, jetzt im Jahr 2024, h\u00e4tten wir den Heiligen Geist, der unter uns wirkt, nur allzu n\u00f6tig!<\/p>\n\n\n\n<p>Ein bedeutender Mann hat davon geschrieben, was genau der Heilige Geist sein k\u00f6nnte im Leben eines Menschen. Der Mann hei\u00dft Augustin oder, lateinisch, Augustinus (354\u2013430 n. Chr.). Er lebte etwa um 400 nach Christus und gilt heute als bedeutender \u201eVater der Kirche\u201c.<\/p>\n\n\n\n<p>Geboren worden ist Augustin im heutigen Algerien. Als Kind war er eher wild und ungest\u00fcm. Seine Mutter Monica war wohl zeitlebens Christin, sein Vater lie\u00df sich kurz vor seinem Tod taufen. Augustin selber studierte, auch in Rom, und war lange Zeit Lehrer f\u00fcr gutes Sprechen und die Kunst der \u00f6ffentlichen Rede. Erst mit etwa drei\u00dfig Jahren erinnerte er sich an die Religion seiner Kindheit, von der Mutter gelehrt, und soll ein wichtiges Erlebnis gehabt haben, von dem er selbst schreibt \u2013 eine Art Bekehrung. Genauer gesagt: Er empfand sein bisheriges Leben als bedeutungslos und leer. Und \u00e4nderte sein Leben. Er wurde ruhiger, lebte enthaltsamer und gr\u00fcndete ein Kloster, in dem er selber auch lebte. Jahre sp\u00e4ter wurde er Bischof von Hippo in seinem Heimatland Algerien. Augustin starb mit 76 Jahren und ist heute in Norditalien bestattet.<\/p>\n\n\n\n<p>Von diesem dann immer ber\u00fchmter gewordenen Bischof Augustin stammt ein kleiner Text, in dem er wundersch\u00f6n darlegt, finde ich, was Gaben des Heiligen Geistes sein k\u00f6nnen. Augustin schreibt, ein glaubender Mensch solle:<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eUnruhestifter zurechtweisen \/ Kleinm\u00fctige tr\u00f6sten \/ sich der Schwachen annehmen \/ Gegner widerlegen \/ sich vor Nachstellern h\u00fcten \/ Ungebildete lehren \/ Tr\u00e4ge wachr\u00fctteln \/ H\u00e4ndelsucher zur\u00fcckhalten \/ Eingebildeten den rechten Platz anweisen \/ Streitende bes\u00e4nftigen \/ Armen helfen \/ Unterdr\u00fcckte befreien \/ Gute ermutigen \/ B\u00f6se ertragen \/ und \u2013 ach: alle lieben.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Zwei wichtige Dinge lerne ich aus diesem Text des Augustin. Das eine: Wir sollen unseren Glauben nicht verstecken. Es ist ein Glaube, der sich in der Gemeinschaft ereignet \u2013 ein Geist, der wirklich unter uns wirken will, uns tr\u00f6sten, ermutigen und auch ver\u00e4ndern will. Niemals m\u00fcssen wir bleiben, wer wir sind. Immer gibt es Gelegenheit, anders und besser zu werden im Geist Gottes. Der Heilige Geist ist ein gro\u00dfes F\u00fcreinander. Wir geben einander nicht auf; wir achten aufeinander; wir versuchen, einander zu helfen, zu mahnen und zu st\u00e4rken. \u201eWir\u201c sind hier wirklich \u201ewir\u201c \u2013 in unserer Gemeinde, in dem Ort, in dem wir wohnen als Nachbarn und Bekannte. Der Heilige Geist ist ein gro\u00dfes F\u00fcreinander.<\/p>\n\n\n\n<p>Und das Zweite, was ich aus dem kleinen Text von Augustin lerne, ist der Seufzer am Schluss. Das viele Aufz\u00e4hlen von kleinen und guten Werken hat nur einen, tiefen Sinn: Ich soll mich bem\u00fchen zu lieben. So klingt der Seufzer am Schluss: Ach, was soll\u2018s, einfach alle lieben.<\/p>\n\n\n\n<p>Ich kannte einen Mann, der hat einmal sinngem\u00e4\u00df zu mir gesagt: \u201eWenn ich \u00e4ngstlich bin oder Sorgen habe, dann hilft es mir, wenn ich kleine Zeichen der Liebe setze; wenn ich eine Karte oder einen Brief schreibe, jemandem ein Geschenk mache oder einfach irgendwohin unter Leute gehe, um ein bisschen freundlich sein zu k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n<p>Ich tue das weniger f\u00fcr die anderen; ich tue das eher f\u00fcr mich. Ich brauche dann einfach diese kleinen Zeichen der Liebe, damit ich mich daran festhalten kann.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Mit kleinen Zeichen der Liebe oder der F\u00fcrsorge h\u00e4lt man sich fest am guten, heiligen Geist, bittet um ihn \u2013 und dann f\u00e4llt einem auch ein, was man Gutes tun k\u00f6nnte, das glaube ich.<\/p>\n\n\n\n<p>Gottes Geist l\u00e4sst die nie allein, die um ihn bitten. Er festigt die Menschen, die sich um Liebe bem\u00fchen, gibt ihnen Halt. Wer den Heiligen Geist des F\u00fcreinander sucht, wirklich sucht, wird ihn auch finden. Wer liebt, wei\u00df Gott an seiner Seite.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Ihnen und euch allen eine gesegnete Fr\u00fchlings- und Sommerzeit!<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Ihr und euer<br>Ralf Pehm\u00f6ller<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Pfingsten steht vor der T\u00fcr, das christliche Fest, mit dem selbst viele dem christlichen Glauben verbundene Menschen nicht so viel anfangen k\u00f6nnen. Gr\u00fcndonnerstag, Karfreitag, Ostern, selbst Himmelfahrt \u2013 da fallen den meisten noch die zugeh\u00f6rigen biblischen Geschichten ein. 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