Neige, HERR, dein Ohr und höre!

Neige, Herr, dein Ohr und höre! Öffne, Herr, deine Augen und sieh her!“ (2. Könige 19,16) Das sind Worte, die König Hiskia in allergrößter Not betet. Jerusalem wird vom König der Assyrer, Sanherib, und seinem Heer belagert. Dieser Übermacht ist Jerusalem hoffnungslos unterlegen. Und seines Sieges sicher, verspottet Sanherib zu allem Überfluss das Volk und seinen Gott. In dieser ausweglosen Situation legt Hiskia ein Büßergewand an und geht in den Tempel um zu beten. Er bringt seine Not und die Not seines Volkes, Gottes Volkes, vor Gott und bittet ihn inständig hinzusehen und hinzuhören, um in so zum Eingreifen zu bewegen.

In dieser Situation gelingt es auch und der Engel des Herrn tötet in der Nacht 185.000 Soldaten aus dem Heer Sanheribs, so dass dieser abziehen muss. Doch nicht immer gelingt es so einfach. Oft genug war Israel seinen Feinden scheinbar schutzlos ausgeliefert.

Und das sind wohl Situationen, die jeder Mensch kennt. Es gibt viele Notsituationen, in denen wir zu Gott beten und ihn bitten, er möge unser Schicksal doch zum Guten wenden. Mal gelingt es, oft aber auch nicht. Hat Gott dann diese Gebete nicht erhört oder wollte einfach nicht helfen? Wir haben Gott nicht in der Hand und können nicht verstehen, warum er manches Böse abwendet und verhindert, anderes aber zulässt. Dietrich Bonhoeffer sagte mal: „Gott will nicht unsere Wünsche erfüllen, sondern seine Verheißung.“ Vielleicht passen unsere Wünsche manchmal nicht mit Gottes Verheißung überein und wir müssen einfach auf Gott vertrauen.

Da kann ein weiterer Gebetsruf hilfreich sein, wie wir in im Vaterunser regelmäßig beten: „Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden.“ Auch Jesus betete diese Worte in allergrößter Not, als er kurz vor seiner Verhaftung im Garten Gethsemane betete: „Aber nicht mein Wille, sondern dein Wille geschehe.“

Vertrauen wir darauf, dass Gott es gut mit uns meint, egal wie die Situation vordergründig aussehen mag. Gott ist da und lässt uns nicht allein. Und wir dürfen mit ihm über alles reden, ehrlich, offen und wie es uns ums Herz ist.

Ihr und euer
Pastor Sven Rehbein

Dieser Beitrag wurde unter Allgemein abgelegt und mit verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.