Gehorchen

Mit dem Gehorsam ist das so eine Sache. Zu gehorchen bedeutet immer, sich jemand anderem und dessen oder deren Willen unterzuordnen. Das fällt uns nicht immer leicht. Aber dennoch tun wir es immer und überall fast auch unbewusst. Manchmal auch mit Widerwillen. Aber damit eine Gesellschaft funktionieren kann, ist es nötig, dass sich alle an vorher vereinbarte Regeln halten. Aber problematisch wird es, wenn der gesellschaftliche oder auch der persönliche Nutzen nicht ersichtlich wird. Oder wenn „blinder“ Gehorsam eingefordert wird, d. h. er nicht hinterfragt werden darf. Darum kann der Monatsspruch für Juni zunächst einmal abschreckend wirken, zumal er auch dazu verleiten kann, ihn zu missbrauchen. „Man muss Gott mehr gehorchen als den Menschen“, so heißt es in der Apostelgeschichte (Apg 5,29).

Einen positiveren Klang bekommt das Wort „gehorchen“ jedoch, wenn wir bedenken, dass es sich vom „hören“ beziehungsweise „horchen“ ableitet. Das „Aufein-ander-Hören“ ist Grundlage für jede gute Beziehung. Ein solches Hören ist von Achtsamkeit und Vertrauen und der Gewissheit geprägt, dass jemand an mich denkt und nur das Beste für mich will. Und dieses „Aufeinander-Hören“ führt dann dazu, dass wir sagen können, wir gehören zusammen, und so das tun, was wir im gegenseitigen „Aufeinander-Hören“ vernommen haben. Auch ein Orchester kling erst richtig harmonisch, wenn alle Musikerinnen und Musiker aufeinander hören und achten und sich abstimmen. Das lässt die Gemeinschaft wachsen und baut ein vertrauensvolles Klima auf.

Gott fordert keinen „blinden“ Gehorsam. Wenn wir auf sein Wort hören dann schafft das ein Leben voller Vertrauen, in dem wir aufeinander hören und danach handeln, was unserem Nächsten und der Gemeinschaft nützlich ist. Ein solcher Gehorsam macht nicht unfrei, sondern befreit uns zu einem neuen, heilvollen Leben. In diesem Sinne:

„Man muss Gott mehr gehorchen als den Menschen.“

Ihr und euer Pastor
Sven Rehbein

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