Wie Honigseim

„Reden ist Silber, Schweigen ist Gold!“ – so ein altes Sprichwort. Es soll uns ermahnen, unsere Worte mit Bedacht zu wählen und nicht vorschnell etwas zu sagen. Oder vielleicht sogar mal gar nichts zu sagen, sondern das Schweigen auszuhalten. Denn Worte können schärfer sein als ein zweischneidiges Schwert. Sie können tief verletzen und Beziehungen zerstören.

Zur Zeit Jesu stellten sich die Menschen vor, in den Knochen und Gliedern sitzen die Empfindungen. Wir kennen das noch heute, indem wir uns sprichwörtlich bis auf die Knochen blamieren. Was bis auf die Knochen geht, trifft und erschüttert uns in unserm Innersten.

Wie gut, dass es auch heilsame Worte gibt. König Salomo vergleicht wohlgemeinte Worte mit Honig. „Freundliche Reden sind Honigseim, süß für die Seele und heilsam für die Glieder.“ (Sprüche 16,24) Auch sie dringen durch bis auf die Knochen, sorgen für Wohlbefinden. Und wie die Süße des Honigs dem Körper, den Gliedern neue Energie und Kraft geben, sind gute, wohlgemeinte Worte Honig für die Seele. Sie bauen auf, geben Kraft und neue Lebensenergie. Sie ermuntern, spornen an und stimmen uns froh. Sie können heilsam sein.
Die Bibel hält einen wahren, unerschöpflichen Schatz solcher aufmunternden Worte bereit. Sie werden uns als Segen zugesprochen, ganz individuell wie z.B. in der Taufe, aber auch gemeinschaftlich als Abschlusssegen am Ende eines jeden Gottesdienstes. Mir wurde schon von einigen Gottesdienstbesuchern gesagt, dass ihnen genau dieser Segen das Wichtigste sei. Der Zuspruch Gottes, von ihm angesehen zu werden und von ihm wertgeschätzt zu sein.

Auch wir können freundliche, aufmunternde Worte finden. Versuchen wir doch mal einen Tag lang unseren Mitmenschen auf diese Weise zu begegnen, und vielleicht schöpfen sie aus unseren Worten neue Kraft und Energie, denn: „Freundliche Reden sind Honigseim, süß für die Seele und heilsam für die Glieder.“

Ihr und euer
Pastor Sven Rehbein

This entry was posted in Allgemein and tagged , . Bookmark the permalink.

Comments are closed.