Der neue Morgen

Es sollte nicht sein! Wie ein Augapfel habe ich das Friedenslicht von Bethlehem gehütet, um es von der Adventszeit bis Ostern am Leuchten zu halten. Ich wollte damit eigentlich die Brücke von Weihnachten nach Ostern schlagen und die neue Osterkerze an dem Friedenslicht entzünden. Aber es ist mir nicht gelungen. Obwohl ich immer sorgfältig auf die Kerze Acht gegeben und sie regelmäßig gewechselt habe, ist das Friedenslicht am Sonntag Reminiscere erloschen. Ausgerechnet in der Passionszeit. Schade – mag vielleicht mancher denken. Es wäre ein tolles und schönes Symbol gewesen. Durch das Licht von Weihnacht erstrahlt das Licht von Ostern. Doch bei genauerer Betrachtung musste es genau so passieren. Das Licht, das an Weihnachten in die Welt kommt, verlischt, es stirbt – an Karfreitag. Doch es bleibt nicht dunkel. Das Licht kommt zurück, noch viel heller und strahlender als zuvor.

Das feiern wir in der Osternacht, wenn die Osterkerze in die noch dunkle Kirche einzieht und sich von dort aus in die Gemeinde verbreitet. Wenn sich dann von Osten her der neue Morgen zeigt und das Licht sich langsam Bahn bricht, dann lässt er sich erahnen – Gottes Sieg über den Tod.

Dieses Licht heißt Christus, der durch den Tod ins Leben gegangen ist. Er will uns leuchten und ein Wegweiser sein, so wie es bei Johannes heißt: „Ich bin das Licht der Welt. Wer mir nachfolgt, der wird nicht wandeln in der Finsternis, sondern wird das Licht des Lebens haben.“

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen und euch ein frohes und gesegnetes Osterfest.

Ihr und euer Pastor
Sven Rehbein

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