Unsere Jugend ist zuchtlos

Liebe Gemeinde, aber innerhalb dieser Gemeinde vor allem: Liebe Konfirmierte!
Im Namen des Kirchengemeinderates möchte ich euch die herzlichsten Glückwünsche zu eurer Konfirmation aussprechen.
Nun liegt sie also hinter euch: die Zeit eures Konfirmandenunterrichts. Circa 1½ Jahre, in denen ihr Pastorinnen und Pastoren kennenlernen durftet, euch mit verschiedenen Themen auseinandergesetzt, eine Konfi-Freizeit gestaltet habt und die nun abgeschlossen wird mit eben diesem Konfirmationsgottesdienst.
Ich möchte aus einer alten Schrift zitieren, einem Keilschrifttext, der um 2000 vor Christus im heutigen Irak entstand. Dort heißt es:
„Unsere Jugend ist heruntergekommen und zuchtlos. Die jungen Leute hören nicht mehr auf ihre Eltern. Das Ende der Welt ist nahe.“ Aber, liebe Gemeinde, wir wissen heute, 4000 Jahre später, dass das Ende der Welt damals nicht gekommen ist. Was können wir aus diesem Text lernen? Mir zeigt er, dass man Vertrauen in die Jugend haben muss. Und da sitzt ihr nun: die Jugend von heute. Und ich bin mir sicher: Ihr macht das schon. Auch in Zukunft. Dass ihr es könnt, das habt Ihr uns schon in eurem Vorstellungsgottesdienst gezeigt, denn den habt Ihr auch ganz toll und sehr lebendig gestaltet und uns die Perlen des Glaubens anschaulich nähergebracht.

Ich habe gerade vom Vertrauen in die Jugend gesprochen, das wir alle, liebe Gemeinde, ruhig haben sollen. Genauso sollt auch Ihr vertrauen können. Euren Eltern, eurer Familie, euren Freunden natürlich und ihr dürft auch auf Gott vertrauen! Denn Gottvertrauen ist auch in der heutigen Zeit wichtig. Aber auch der Gemeinschaft und damit auch dieser Gemeinde sollt ihr ruhig euer Vertrauen schenken. Es ist gut, Teil einer Gemeinschaft zu sein. Das gibt einem Sicherheit und Halt, wenn´s mal nicht so läuft im Leben. Und mit eurem Bekenntnis heute, mit eurer Konfirmation seid ihr weiterhin Teil dieser Gemeinschaft der Christen. Mir ist sehr wohl bewusst, dass viele von euch nach all diesen Anstrengungen (Konfi-Unterricht, Unterschriften in den Gottesdiensten sammeln und einiges andere mehr) erstmal eine Pause brauchen – eine Pause von Gottesdienstbesuchen, eine Pause von der Gemeinde. Ich will gerne zugeben: Mir ist es nach meiner Konfirmation nicht anders gegangen. Und wenn diese Pause einmal vorbeigegangen sein sollte, dann lade ich euch ein, gerne wieder Verantwortung in der Gemeinde zu übernehmen, hier oder anderswo. Die Gemeinde wartet auf euch und ihr werdet gebraucht. Aber das ist Zukunftsmusik.

Wir wollen uns wieder dem heutigen Tag zuwenden. Und das ist euer Tag und alle Menschen um euch herum blicken auf euch und freuen sich mit euch. Das merkt ihr nachher an den Umschlägen, die ihr erhaltet. Genießt diesen Tag und behaltet den Tag, an dem ihr eure Zugehörigkeit zur Gemeinschaft Gottes bekräftigt habt, in guter Erinnerung.

Und damit wünsche ich euch allen auch im Namen des Kirchengemeinderates Gottes Segen, alles Gute und viel Erfolg auf eurem weiteren Lebensweg. Wie gesagt: Ihr macht das schon.

Eines ist auf jeden Fall klar, liebe Gemeinde: Das Ende der Welt steht uns mit diesen jungen Leuten noch lange nicht bevor!

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