Korrektur des Turmbaus

Pfingsten war für mich lange Zeit die Korrektur dessen, was beim Turmbau zu Babel geschah. Sie erinnern sich? Die Menschen sprachen damals eine Sprache und wollten einen Turm bauen, der bis in den Himmel reichte, um sich so einen Namen zu machen. Doch Gott verwirrte ihre Sprache und zerstreute die Menschen über die ganze Erde, so dass sie ihren Turm nicht fertigstellen konnten.

Und Pfingsten konnten die Apostel auf einmal in allen erdenklichen Sprachen predigen, so dass alle Welt sie verstand.

Dass der Turmbau zu Babel und dessen Folgen tatsächlich so stattgefunden haben, ist wohl reine Legende. Vielmehr sehe ich darin einen Erklärungsversuch der Menschen damals, warum es so viele verschiedene Völker und Sprachen gibt. Auch ob des Pfingstwunder, wie es der Evangelist Lukas in seiner Apostelgeschichte überliefert, tatsächlich so stattgefunden hat, ist doch eher fraglich. Wahrscheinlich handelt es sich auch hierbei um eine fromme Legende.

Aber die Erzählung macht mir eines deutlich: Gottes Botschaft will nicht hinter verschlossenen Türen bleiben. Sie will nach außen getragen werden. Vielmehr noch: Sie richtet sich nun nicht mehr an nur EIN auserwähltes Volk. Vielmehr drängt die Botschaft hinaus in alle Welt, zu allen Menschen und zu allen Völkern.

Und das ist es, was das Pfingstwunder für mich beschreibt. Die Anhänger Jesu erkannten, dass sie das, was sie mit Jesus erlebt und erfahren hatten, dass sie das, was sie von ihm gelernt hatten, nicht für sich behalten durften. Ihre anfängliche Trauer wurde in Freude verwandelt. Sie waren beseelt von dem Gedanken, die Botschaft Jesu zu den Menschen zu bringen und „brannten“ förmlich für die Sache Jesu.

Gottes Geist bewirkt Veränderung bei den Menschen, die empfänglich für ihn sind und sich für ihn öffnen. Auch hier und heute. Pfingsten feiern wir immer 50 Tage nach Ostern. Doch der Heilige Geist weht, wo er will, und lässt sich schon gar nicht zeitlich eingrenzen. Gott schenkt uns die lebendig machende Kraft seines Geistes und will uns damit ganz erfüllen. Und zwar überall und zu jeder Zeit. Wir müssen nur empfänglich für ihn sein.

Ihr Pastor
Sven Rehbein

 

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